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Dem Vergessen entgegenwirken

2025 hat sich das Ende des 2. Weltkriegs zum 80. Mal gejährt. Nach 80 Jahren – so die Forschung – beginnt das Vergessen, denn mit dieser Spanne ist das kollektive Gedächtnis begrenzt. Dem Vergessen entgegenzuwirken und die Erinnerung an die damals Vertriebenen und Ermordeten zu bewahren, ist das Anliegen des Projekts „Der Gemeindebau in der NS-Zeit - nie vergessen". Wiener Wohnen hat das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschichte der Wiener Gemeindebauten und ihrer Bewohner*innen während der NS-Zeit betraut. Die Schicksale dieser Menschen, die vom NS-Regime verfolgt, vertrieben oder enteignet wurden, sollten erforscht werden.

 

„Der Wiener Gemeindebau war und ist seinen Bewohnerinnen und Bewohnern immer mehr als nur Wohnraum – er war Lebensmittelpunkt, Heimat und Schutzraum. Umso wichtiger ist es, auch die dunklen Kapitel dieser Geschichte sichtbar zu machen. Und die Erinnerung an jene Menschen wachzuhalten, die entrechtet, vertrieben und ermordet wurden.“

 

Mag.a Elka Hanel-Torsch

Stadträtin für Wohnen, Wohnbau, Stadterneuerung und Frauen

Aus Geschichte lernen.

Wissenschaftliche Aufarbeitung als Teil unserer Verantwortung.

 

 

"Unsere Stadt – wie das ganze Land –  wurde vor 80 Jahren von der NS-Diktatur befreit. Dieser Freiheit, in der wir heute leben, schulden wir einen verantwortungsvollen Umgang mit der Geschichte. Dass Wiener Wohnen gemeinsam mit Forscher*innen des DÖW diese dunkle Zeit ausleuchtet, ist ein starkes Zeichen gegen Vergessen und Gleichgültigkeit. Zahlreiche Vermittlungsprojekte und Angebote sind eine Einladung, dieser Geschichte Wiens, der Gemeindebauten und seiner Bewohner*innen, nahezukommen."

 

Kathrin Gaál

ehemalige Vizebürgermeisterin und Stadträtin für Wohnen, Wohnbau, Stadterneuerung und Frauen

Nie vergessen.

 

„Der Wiener Gemeindebau blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Zu ihr gehört auch ein dunkles Kapitel, dem wir uns offen und verantwortungsvoll stellen müssen. In der NS-Zeit wurden jüdische Bewohner*innen systematisch aus ihren Gemeindewohnungen vertrieben, entrechtet und viele von ihnen später ermordet. Das Forschungsprojekt macht sichtbar, was Akten allein oft nur nüchtern dokumentieren: die Schicksale von Menschen, Familien und Nachbarschaften. Als Wiener Wohnen tragen wir Verantwortung dafür, diese Geschichte aufzuarbeiten, die Erinnerung wachzuhalten und daraus Haltung für Gegenwart und Zukunft abzuleiten.“

 

Mag.a Katharina Klement

interim. Direktorin von Stadt Wien - Wiener Wohnen

 

„Mit Beschluss vom 14. Juni 1938 wurden tausende jüdische Mieter*innen systematisch aus ihren Gemeindewohnungen vertrieben – sie waren die ersten, die der organisierten Wohnungsarisierung zum Opfer fielen. Hinter jedem Akteneintrag steht ein menschliches Schicksal. Es ist unsere Verantwortung, diese Geschichten sichtbar zu machen und die Erinnerung wachzuhalten.“

 

Mag.a Karin Ramser

ehemalige Direktorin von Stadt Wien - Wiener Wohnen

Aus Geschichte lernen.

Nie vergessen.

 

 

„Der ‚Anschluss‘ Österreichs 1938 hatte auf das Leben im Gemeindebau massive Auswirkungen. Jüdische Mieter*innen wurden delogiert, jüdische Geschäfte, Lokale und Arztpraxen ‚arisiert‘, Hausmeister*innen verloren ihre Stelle. Statt ihnen zogen Parteileute, Sympathisant*innen des Regimes, Hitler-Jugend und andere nationalsozialistische Institutionen ein.“

 

Dr.in Claudia Kuretsidis-Haider

Projektleiterin Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (Zum Projekt-Team)